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Haus Friedensbruch ist überall!

September 28, 2013

Im laufe der Nacht erreichten uns viele Nachrichten von weiteren Besetzungen. Scheinbar war das „Steffmanns“ nicht das einzige Objekt auf das es die Instandbesetzer_innen abgesehen hatten.

Im folgenden dokumentieren wir die Erklärungen der Besetzer_innen:

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Hallo,

wir haben heute Nacht das Haus am Theaterwall 22 besetzt, welches von Lambert-Lockmann zusammen im Paket mit dem Haus Friedensbruch gekauft wurde.

Der Winter naht und immer noch herrscht Wohnraummangel, noch immer stehen Häuser leer! Und während Peter Thomas das Haus Friedensbruch räumen lässt, um es winterfest zu machen, bereiten wir uns auf den Winter vor, indem wir neuen Wohnraum erschließen und uns so der aktuellen Wohnraumpolitik verweigern!

Denn wie Lambert-Lockmann schon sagte: „Stadtvillen in Oldenburg!“ Und zwar für alle, bitte!

Die Besetzer_innen

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Wohnraum statt Haare kürzen?
Nicht mit uns!
Hier entsteht eine Meisterschule.
Aufgrund dieser Ansage mussten vor über einem Jahr 7 Parteien trotz längerer Mietvereinbarung das Wohngebäude Donnerschweer Strasse 102 verlassen.
Danach geschah nichts mehr.
Seit dem 1.6.2012 steht das Haus leer.
Deswegen haben wir uns gedacht, dass das so nicht richtig ist und das man,
gerade bei dem herrschenden Wohnungsmangel in Oldenburg,  keinen Leerstand dulden darf.
Da jetzt auch das Haus Friedensbruch „Winterfest“ gemacht wurde, wird diese Alternative dringender denn je gebraucht.

Deswegen:
Nicht lange stutzen- Leerstand nutzen. Haus Friedensbruch ist überall.

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Heute Nacht wurde das Haus in der Burgstraße 5 in Oldenburg besetzt. Dieses Haus gehört zu einem der Immobilienpakete, die Lambert Lockmann von Peter Thomas mit Genehmigung der Stadt in diesem Jahr gekauft hat. Das mindestens hundert Jahre alte historische Speicherhaus steht seit 1997 leer – anstelle von Sanierung und sinnvoller Nutzung wurde es dem Verfall überlassen. Nun soll laut NWZ (19.09.13) das Haus abgerissen werden und dort neue Gebäude entstehen. Wir finden aber, dass es wichtiger ist Räume zu schaffen, die der kapitalistischen Verwertungslogik etwas entgegensetzen! So entsteht nun in der Burgstraße 5 ein Raum, in dem Herrschaftsverhältnisse analysiert, hinterfragt, kritisiert und Strategien zur Überwindung dieser entwickelt werden können. Wir wollen damit dem heterosexistischen Normalzustand, der Frauen*-, Trans*- und Homo*feindlichen Gewalt, den antisemitischen, rassistischen Zuständen, Ableism, den kapitalistischen Verhältnissen, dem Arbeitsethos sowie Deutschland etwas entgegensetzen! In diesem Sinne: Häuser besetzen statt besitzen! Queerfeministische Räume schaffen! Kapitalistische Eigentumsverhältnisse überwinden!

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In der Nacht zum 28.09.2013 wurde in der Donnerschweer Str. 95 ein seit mindestens vier Jahren leerstehendes Haus besetzt.

Unsere Motivation resultiert aus dem Mangel an bezahlbarem Wohnraum, sowie linken, unkommerziellen, kulturellen, sozialen und selbstverwalteten Freiräumen in Oldenburg und der kürzlichen Räumung des zum Spekulationsobjekt gewordenen Haus Friedensbruch mit Unterstützung der Polizei.
Diese Art von Städtepolitik stellt kontinuierlich die Interessen von Investor_innen über die Grundbedürfnisse der Bewohner_innen der Stadt Oldenburg.
Wir wollen mit dieser Besetzung auf leerstehende Räume aufmerksam machen, diese Räume nutzen und die soziale Infrastruktur Oldenburgs aufwerten.
Solidarität mit linken Freiräumen! Für ein herrschaftsfreies, selbstbestimmtes Leben! Für die soziale Revolution!

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Und dann gab es auch noch viele Soli-Transis, mit denen ebenfalls heute Nacht die Stadt dekoriert wurde:

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DANKE euch allen! Ihr seid toll!

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11 Kommentare leave one →
  1. Anne permalink
    September 28, 2013 11:54 am

    Und die Häuser sind jetzt auch wirklich besetzt und wurden nicht geräumt?

  2. Fischer permalink
    September 28, 2013 12:25 pm

    „Der Grund dafür wird vielleicht allmählich deutlich, wenn man die Hausbesetzer mit einer sozialrevolutionären Bewegung vergleicht. Während eine revolutionäre Bewegung für einen Umsturz kämpft, welcher ganz allgemein die Lage der Menschen verbessert, oder doch zumindest die Lage einer bestimmten Klasse, der Arbeiter oder Bauern, währenddessen also sind bei den Hausbesetzern tendenziell Kämpfer und Nutznießer des Kampfes unmittelbar identisch. Die Hausbesetzer sind unter diesem Gesichtspunkt keine sozialrevolutionäre Bewegung, sondern eher eine Bande, oder vornehmer ausgedrückt: eine militante Lobby. Sie setzten sich für private Zwecke unter kräftigen Gebrauch des Ellenbogens und nicht ohne Risiko über die Spielregeln dieser Gesellschaft hinweg, ohne diese Spielregeln generell angreifen oder außer Kraft setzen zu wollen – besonders der verhandlungsbereite Flügel.
    Wenn die Starken, die Kampfeslustigen nicht für allgemeine Zwecke, sondern für die eigenen Zwecke, für ihre Wohnung kämpfen, dann ist das keine Revolution, sondern Darwinismus, survival of the fittest, freie Konkurenz oder Bandenkrieg. Auch diese Art von Wohnraumzuteilung geschieht nach Kriterien, die denen, die sonst angewendet werden, gar nicht so unähnlich sind. Zur Hausbesetzung gehören Druchsetzungsvermögen, Initative, Mut zum Risiko und also die gerechten Tugenden, die man braucht, um es in der freien Wirtschaft zum Erfolg zu bringen. DIe nur übertretenen, nicht außer Kraft gesetzten Spielregeln behalten natürlich ihre Gültigkeit, und ich nehme an, daß diese Spielregeln über kurz oder lang darüber entscheiden werden, wer in den besetzten Häusern schließlich wohnen wird“
    Rebellion der Heinzelmännchen, Wolfgang Pohrt

    • G.Nervt permalink
      September 28, 2013 10:24 pm

      @Fischer: Klugscheisserei ist übrigens auch überall… 😛

    • Tuhnichtsgut permalink
      September 29, 2013 11:40 am

      Klingt als hätte Herr Pohrt sich schlecht informiert… es sind ja ganz andere Strukturen, die durch Hausbesetzungen aufgebaut werden, als durch Eigentumsaneignung durch den Markt (im generellen). Text hierzu: Das Eigentum und die Notwendigkeit von der Aneignung von Plätze und Häusern – Warum Eigentum Diebstahl, Diebstahl aber nicht Eigentum ist
      https://linksunten.indymedia.org/de/node/95643

  3. blablub permalink
    September 28, 2013 2:18 pm

    http://www.keineprofitemitdermiete.org/

  4. ErnestoX permalink
    September 28, 2013 5:05 pm

    Suuuuper! Haus Friedensbruch ist überall, mehr besetzte Häuser und Wagenburgen überall! Den Spekulanten und Miethaien die Häuser durch Inbesitznahme enteignen! Zwangsräumungen verhindern! Die Häuser und Wohnungen, denen, die sie brauchen!!!
    An alle Besetzer_innen: Ich könnte euch knutschen!!!

  5. arthur permalink
    September 29, 2013 1:40 pm

    „Heute hält Pohrt es – wenn zwar nicht affirmativ, so doch in der Abwesenheit von transzendierenden Gedanken – mit dem Sieger der Geschichte, dem Kapitalismus. Eine Betrachtungsweise, die die Geschichte naturgemäß auf ihrer Seite hat. Aus ihr lässt sich in der Tat »alles ableiten, nur kein Verein freier Menschen«.“

  6. tomatenklaus permalink
    September 30, 2013 9:48 am

    Text gelesen und abgenickt. ‚Sehr schön‘, dachte ich. Und dann kam dies:

    „Wir wollen damit dem heterosexistischen Normalzustand, der Frauen*-, Trans*- und Homo*feindlichen Gewalt, den antisemitischen, rassistischen Zuständen, Ableism, den kapitalistischen Verhältnissen, dem Arbeitsethos sowie Deutschland etwas entgegensetzen! In diesem Sinne: Häuser besetzen statt besitzen! Queerfeministische Räume schaffen! Kapitalistische Eigentumsverhältnisse überwinden!“

    Mit solchen Äußerungen wird die Akzeptanz dieser – wie ich finde – sinnvollen Aktionen leider stark herabgesetzt und die Aktivisten als „Spinner“ abgetan. Schade.

    • mala permalink
      Oktober 4, 2013 7:39 pm

      @ tomatenklaus – danke vielmals für die klaren worte, genau so isses & „spinner“ ist dann leider nur gelinde ausgedrückt…, in der tat: schade!

  7. Damagecase permalink
    Oktober 10, 2013 8:03 pm

    Was Muss das muss ,-)

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