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So siehts aus…

September 21, 2013

Am Mittwoch, 18.9.2013, fand um 8 Uhr im Amtsgericht der Prozess um die Räumungsklage „Thomas Verwaltungs- u. Beteiligungs- GmbH & Co. KG gegen Haus Friedensbruch e.V.“ statt.
Dieser Verein wurde von einigen Menschen gegründet, um die Nutzer_innen des Haus Friedensbruch finanziell zu unterstützen. Es handelt sich um einen Förderverein, der sich in erster Linie zur Aufgabe gemacht hat, Spenden zu sammeln, wofür unter anderem ein Konto eingerichtet wurde.
Wegen seiner Namensgleichheit wurde dieser Verein Ziel der Räumungsklage für „Theaterwall 24a“. In der Verhandlung wurde festgestellt, dass der Verein der Räumung nicht nachkommen kann, weil er weder im Haus ansässig ist, noch irgendwelchen Einfluss auf die Nutzer_innen und Bewohner_innen hat. Um Entgegenkommen zu zeigen verpflichten sich in einem Vergleich der Verein und alle Vorstandsmitglieder persönlich, das Haus „Theaterwall 24a“ nicht mehr zu betreten.

Zeitgleich, am besagten Mittwoch, den 18.09, eben auch gegen 8 Uhr erschienen Arbeiter am selbstverwalteten Kultur- und Wohnprojekt „Haus Friedensbruch“. Aufgrund ihres brutalen Auftretens wurde die einzig anwesende der dort wohnenden Personen genötigt, das Haus „freiwillig“ zu verlassen. Die Arbeiter fingen daraufhin an, persönliche Habe der Bewohner_innen und Nutzer_innen zu entsorgen und abzutransportieren. Aktivist_innen, welche versuchten die Zerstörung zu stoppen, wurden durch Peter Thomas bedroht. Trotzdem gelang es ihnen die Arbeiten zu verlangsamen. Als die Polizei sich einschaltete, legte Thomas ein schreiben der Stadt vor, in dem er dazu aufgefordert wurde, umgehend das Haus „winterfest“ zu machen. Daraufhin wurden die Arbeiten nun unter Aufsicht der Polizei weiter durchgeführt
Zum „sanieren“ fuhren die Arbeiter fort, Fenster und Türen herauszubrechen, zusammen mit der Einrichtung nach draußen zu werfen und das Innere des Hauses systematisch zu verwüsten. Unter anderem wurde das Klo zerschlagen und der halbe Fußboden herausgerissen. Am Ende der „Arbeiten“ fehlte es dem Haus an Türen, Fenstern, dem Fußboden und der Einrichtungen. Das Innere des Hauses ist ein Trümmerfeld.

Schon im Winter riss die Firma Vossmann im Auftrag von Peter Thomas, ohne vorherige Ankündigung, ohne Rücksicht auf die Bewohner_innen des Hauses und ohne Absprache mit der Denkmalschutzbehörde das Dach des „Haus Friedensbruch“ ab.
Und wieder beauftragte Peter Thomas die Firma Vossmann, diesmal mit der kompletten Verwüstung des alternativen Kultur- und Wohnprojekt „Haus Friedensbruch“. Diese „Arbeiten“, die erkennbar in voller Absicht während der laufenden Verhandlung um den Räumungstitel gegen den vorgeschobenen Klagegegner „Haus Friedensbruch e.V.“ stattfanden, hatten offensichtlich nur ein Ziel: Das „Haus Friedensbruch“ als Kultur- und Wohnraum unnutzbar zu machen.

Denkmalschutz sieht anders aus!

Das Haus „Theaterwall 24a“ entwickelte sich von der verkommenen Spekulationsruine zum instand besetzten alternativen Kultur- und Wohnprojekt, Welches die Forderungen nach günstigem Wohnraum und kostenlosen Kulturangeboten in einem immer hübscher werdenden denkmalgeschützten oldenburger Kleinod miteinander verband.
In einem „Unterstützungsschreiben für Haus Friedensbruch“, welches 70 namhafte Menschen aus der oldenburger Kultur, Politik und Wirtschaft unterzeichneten, wird deutlich gemacht, dass das Haus zeigt, dass es in Oldenburg eine lebendige kulturelle Vielfalt gibt, dass Oldenburg seine vielfältige Kulturszene braucht, und dass das Haus Friedensbruch seit über zwei Jahren ein Teil davon ist. (http://ufhf.eu/).

Lambert Lockmann wird die Verwüstung des „Haus Friedensbruch“ und das Ende des dortigen Kulturangebots freuen. Er hat das Haus Anfang des Jahres von Peter Thomas gekauft und bestand seit dem auf einer „Übergabe im geräumten Zustand“ und wollte schon von Anfang an mit einem „Bauzaun verhindern, dass das Haus weiter als alternatives Kulturzentrum genutzt werde“ (Quelle nwz).

Laut dem Anwalt Rainer Munderloh, auch bekannt als Geldeintreiber für die Pornobranche, der Peter Thomas im Räumungsprozess vertrat, wolle Lambert Lockmann etwa 140.000 Euro in das Haus „Theaterwall 24a“ investieren, weswegen es zu einem deutlichen höheren Preis als dem üblichem Mietspiegel vermietet werden wird.

Günstiger Wohnraum sieht anders aus!

Die letzten Jahre haben klar deutlich gemacht, dass in Oldenburg ein reges Interesse an alternativen Formen des Zusammenlebens und unkommerzieller Kultur besteht. Dass wir uns dabei nicht auf die Politik oder andere Instanzen verlassen können, zeigt sich nicht nur an dem Desinteresse, welches die Politik an dem weiteren Verbleib des Haus Friedensbruch zu haben scheint, sondern auch an den wahnwitzigen Auflagen, denen sich der Oldenburger Wagenplatz bei letzten Verhandlungen ausgesetzt sah. Doch damit nicht genug, der PunkA-Platz soll nun den Aufwertungsarbeiten der Oldenburger Hafen-City ersatzlos weichen, und auch das Polyester als eine der wenigen alternativen Kneipen ist in seiner Existenz bedroht. Nun liegt es mal wieder an uns allen neue Räume zu finden, nutzbar zu machen und unser Recht auf Mitgestaltung der Stadt einzufordern!

Denn wir lassen uns nicht einfach wegplanen!
Für ein Recht auf Stadt für alle!!!

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One Comment leave one →
  1. Lisa permalink
    September 23, 2013 10:23 am

    Artikel in der taz über die Räumg des Haus Friedensbruch:

    „Besetztes Haus geräumt

    Streit um Oldenburger Wohnprojekt

    Nach der Räumung des besetzten „Haus Friedensbruch“ in Oldenburg ist unklar, wie es mit dem Kultur- und Wohnprojekt weitergeht. Derzeit ist es unbewohnbar. Die Besetzer geben sich kampfbereit.“

    mehr: http://taz.de/Besetztes-Haus-geraeumt/!124216/

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