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Guten Morgen!

April 21, 2013

Wir sind die Bewohner_innen und Nutzer_innen des Hauses am Theaterwall 24a, besser bekannt als das „Haus Friedensbruch“.

Seit Anfang diesen Jahres gibt es wieder viel Wirbel um unser kleines Wohn- und Kulturprojekt. Wir als Nutzer-, Bewohner-, und Instandbesetzer_innen haben in den letzten Wochen die Diskussion um unser Projekt sehr interessiert mitverfolgt. Da die Berichterstattung völlig einseitig und von Fehlinformationen geprägt war, äußern wir uns nun auf diesem Wege, um einige Dinge richtigzustellen.

Das unter Denkmalschutz stehende Haus im Theaterwall 24a stand seit 2004 leer, als einige Menschen sich im Mai 2011 entschlossen, den Raum der Öffentlichkeit zugänglich und nutzbar zu machen. Durch die Besetzung sollte nicht nur ein Zeichen gegen die steigenden Mieten, mangelnden bezahlbaren Wohnraum und immer stärkere Verdrängung von Menschen aus der Innenstadt gesetzt werden, sondern auch ein kleiner Freiraum geschaffen werden, in dem unkommerzielle Kunst, Kultur und Musik sowie politische Bildung stattfinden kann. Da der erste Versuch der Besetzung scheiterte, kam es sehr schnell zu einer erneuten Besetzung.

Oldenburg: Haus am Theaterwall erneut besetzt“ titelte die NWZ-Online am 15.05.2011 und berichtete über eine Strafanzeige des damaligen Hauseigentümers Peter Thomas gegen die Besetzer_innen. Nach der erneuten Besetzung zog er seine zweite Anzeige wegen Hausfriedensbruch sofort wieder zurück und räumte uns dadurch ein Aufenthaltsrecht in den Räumen ein. Schon zu diesem Zeitpunkt muss Peter Thomas also gewusst haben, dass Menschen begonnen hatten, das Haus zu nutzen. Nun berichtete die NWZ, dass Herr Thomas angeblich erst nach Abriss des Daches von einer Nutzung des Hauses erfahren habe. Anscheinend gefiel es Herrn Thomas nicht, dass das Haus nun schon fast zwei Jahre von uns instand gesetzt wird, statt es, wie offensichtlich von Herrn Thomas beabsichtigt, bis zum Verfall vergammeln zu lassen und so den unliebsamen Denkmalschutz zu umgehen. Während vieler Bauwochenenden und Bauwochen wurde viel Zeit und Liebe in die Pflege des Hauses gesteckt, sodass über die Monate hinweg die Räume nutzbar gemacht, Schimmel beseitigt, Wände verputzt und Fassaden repariert werden konnten und so immer mehr Veranstaltungen in den Räumlichkeiten Platz fanden. Herr Thomas meldete derweil bei der Stadt, wir hätten das Haus entkernt.

Als Peter Thomas am 31. Mai 2012 den Strom abstellen ließ, überlegten wir uns Alternativen. So isolierten wir die Räume, schafften uns geeignete Heizmöglichkeiten an und installierten einen eigenen Stromkreislauf. Seitdem gibt es bei uns wieder elektrisches Licht und Musik, die von Autobatterien und Generator betrieben werden. Selbstverständlich informierten wir auch hierüber Herrn Thomas durch einen offenen Brief, welcher nicht nur auf unserem Blog erschien, sondern sowohl an Herrn Thomas persönlich, als auch die zuständige Immobilienverwaltung geschickt wurde. Spätestens ab diesem Zeitpunkt kannte Herr Thomas die Adresse unserer Internetpräsenz, auf der sämtliche Veranstaltungen angekündigt werden. Aber selbst wenn er diese nie besucht hätte – auch in der NWZ, im Oldenburger Lokalteil und im lokalen Radiosender O1 wurden häufig Veranstaltungen von uns beworben. Dass Peter Thomas nun vorgibt erst am 25. Februar 2013, also am Tag der Dach- und Dachgiebelabdeckung, von uns erfahren zu haben, erscheint schon eher lächerlich als fragwürdig. Auch wenn es zwischen ihm und dem neuen Eigentümer Herrn Lambert Lockmann eine Absprache über eine „Sanierung“ des Hauses gegeben haben soll, bleibt die Frage offen, warum weder eine Erlaubnis der Denkmalschutzbehörde eingeholt wurde, noch hinterher Schritte unternommen wurden, um dem Haus wieder ein neues Dach zu verschaffen und es so vor dem Verfall zu schützen. Auch die Frage, wieso auf unprofessionelle Art und Weise nicht nur das Dach abgedeckt und die Originalziegel sowie persönliche Gegenstände zerstört wurden, sondern auch der Giebel teilweise entfernt wurde, obwohl es angeblich um eine denkmalschutzgerechte Sanierung gehen sollte, wird wohl unbeantwortet bleiben. Die einzigen, die sich nach dem Dachabriss um die Erhaltung des Hauses gekümmert haben, waren wir. Um den Lebensraum der Nutzer- und Bewohner_innen zu schützen und das Haus vor irreparablen Schäden zu bewahren, spannten wir ein provisorisches Dach aus Bauplanen. Es sei an dieser Stelle noch angemerkt, dass trotz mehrerer Versuche sowohl zu Herrn Lockmann, dem neuen Eigentümer, als auch zu Herrn Thomas Kontakt aufzunehmen, diese zu jederzeit unbeantwortet blieben. Jedoch werden wir uns weder von Lambert Lockmanns ‚kreativen Maßnahmen‘, um für Leerstand zu sorgen, noch von anderen Drohgebärden einschüchtern lassen. Wöchentliche Veranstaltungen mit einer Publikumsgröße von zehn bis hundert Menschen lassen sich weder einfach abreißen, noch weg ignorieren.

Sicher ist, wir bleiben! Und auch wenn mal keine „Spuren im Schnee“ vor unserem Haus zu entdecken sind, kann sich jede_r selbst davon überzeugen, dass die Aussage, dass wir „in den zurückliegenden Monaten das Haus nicht genutzt“ haben, wie die NWZ am 19.03.2013 schrieb, schlichtweg falsch ist. Vielmehr laden wir herzlich ein zu unseren Veranstaltungen. Jeden Mittwoch Nachmittag nette Gesellschaft im „Wohnzimmer“, abends ein kühles Bier und viele weitere Veranstaltungen wie Konzerten, Ausstellungen, Workshops, Lesungen, Filmvorführungen und Parties.

Die Termine sind unter http://www.haus-friedensbruch.de zu finden.

Ein schönes Frühstück wünschen,

die Nutzer- und Bewohner_innen des „Haus Friedensbruch“

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