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Ein Essay fürs Haus Friedensbruch

Juli 9, 2012

Als bekannt wurde, dass uns der Strom gekappt wurde, hat uns ein netter Mensch ein Essay geschrieben und uns den Text per Mail zugeschickt.
Wir haben uns alle sehr gefreut und sagen Danke an Meister Splinter!
Wir wollen euch den Text natürlich nicht vorenthalten:

 

Haus “Friedensbruch“ – Das Architekturbüro „Kuhfuss und Dietrich“

Am 14. Mai 2011 wurde am Theaterwall 24 a ein seit 2004 leerstehendes Haus besetzt. Schon fünf Wochen zuvor machte sich eine Gruppe Instandbesetzer daran, das verwahrloste Haus zu bewohnen. Doch die Pozilei kam einer Räumungsklage des Hausbesitzers nach und räumte das Haus, was vorübergehende Festnahmen aller Besetzer zur Folge hatte.

Am besagten Maitag kam es zu einem neuen Versuch, der erfolgreich war. Der Besitzer nahm seine Klage zurück, womit der Weg frei gemacht wurde für ein selbstverwaltetes Wohn- und Kulturprojekt.

Steigende Mieten in Oldenburg, nach unterschiedlichen Angaben gibt es zwischen 2.000 und 5.000 leer stehende Wohnungen, welche zumeist marode und schwer bewohnbar sind. Diese Misstände führten dazu, mit dem Haus “Friedenbruch“ ein Zeichen gegen Wohnungsnot, Wuchermieten und Spekulanten zu setzen.

Ebenfalls gibt es kaum bezahlbare Kulturangebote für Schüler, Studenten, Arbeitslose, Auszubildende und andere Gruppen mit wenig Krümel im Geldbeutel. Dafür werden für freien Eintritt Konzerte, Filmabende angeboten, sowie die Möglichkeit, sich selbst über Musik, Ausstellungen, Workshops in das Kultur- und Mitmachangebot einzubringen.

So besteht seit einem Jahr mit dem Haus “Friedensbruch“ ein bedrohter Raum für alternative Ideen und Träume was aus dem Haus gemacht werden kann.

Wie dem Weser Kurier vom 12. Mai zu entnehmen ist, soll im Sommer dem Hausprojekt ein Ende bereitet werden. So wird der Makler in dem Zeitungsartikel der Immobilienfirma Schwer(d)t zitiert. Deshalb soll eine Räumungsklage in die Wege geleitet werden für eine anstehende Räumung.

Am 31. Mai wurde nun im Garten des Hauses die Stromleitung von der EWE gekappt. Dies kann nur auf die Besitzer und Makler zurückgehen um Strom fürs Wohnen, sowie dem Umsetzen der Kulturvielfalt einen Strich durch die Rechnung ziehen.

Dass eine Räumung immer ein bedrohlicher Begleiter ist, ist nichts neues. Die Duldung der Besetzung am Theaterwall wurde schon zu anfangs von Zweifeln begleitet. Der Besitzer ließ erst im April letzten Jahres mit einer Räumungsklage die kurze Besetzung von der Pozilei räumen und nach dem zweiten Anlauf wurde eine weitere Klage schnell fallen gelassen. Dieses Verhalten wurde jedoch als mögliche Taktik des Besetzers betrachtet.

Noch besteht das Haus “Friedensbruch“ und sein Betrieb dauert an.

Für das kommende Wochenende am 08. – 10. Juni findet das Bauwochenende statt. Helfer und Spenden samt Materialien, Essen und Getränke werden gebraucht. Zahlreiches Auftreten und solidarisches Miteinander ist einmal mehr wichtig.

Auch wenn das Projekt weiterhin besteht, ist es wichtig die Augen offen zu halten und für den Fall einer drohenden Räumung gemeinsam der Staatsgewalt und Immobilienspekulanten in die Suppe zu spucken.

 Ich habe sporadisch meine Füsse über die Schwelle gesetzt. Die Besuche, sei es ein Konzi oder eine Ausstellung am Anfang der Besetzung, waren meine Freizeit wert und machten deutlich wie bedeutend solche kleinen Projekte sind. Erschwingliche Preise für Kultur und Kneipenabende, ein friedliches Verhältnis zu seinen Nachbarn, das Staatstheater einbezogen, zeugen von der Bedeutung vom Bestehen einer bunten, alternativen Kultur. Es gibt noch viel zu tun. Sei es am Haus, am Angebot vielfältiger Kultur, das in Anspruch nehmen weiterer Wohnlehrbestände für weitere selbstverwaltete Wohn-, Kultur-, Sozialprojekte.

 Die Häuser haben Türen. Wir müssen sie nur öffnen. Lassen wir unseren Träumen, Ideen, Kreativität freien Lauf. Veränderung fängt im Kleinen an. Im Schaffen von Inseln. Bis sie sich zusammenschliessen. Dann machen sie sich stark bis der letzte Turm fällt.

Der Turm des Kapitalismus, Faschismus, Chauvinismus, Rassismus, Nationalismus/Patriotismus, Homophobie, Populismus egal ob von links, von rechts, von der Mitte, kann nicht immer stehen.

„Goldene Türme wachsen nicht endlos. Sie stürzen ein.“ (Slime)

 

Solidarische Grüße aus Oldenburg

Meister Splinter

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